Grün gegen die Wüste
Ein Wald, der bereits steht, speichert Kohlendioxid — aber er nimmt kaum noch neues auf. Ein Baum hingegen, der wächst, verwandelt CO₂ Jahr für Jahr in Holz. Wer das Klima entlasten will, braucht darum nicht einfach Wald, sondern wachsenden Wald. Und nirgends entsteht mehr neues Wachstum als dort, wo vorher gar nichts war.
Dazu kommt: Die Wüste breitet sich aus — durch Klimaerwärmung, durch Übernutzung. Mit ihr verschwinden Böden, Ernten, Lebensgrundlagen. Jeder Baum, der ihr abgerungen wird, arbeitet doppelt: Er bindet Kohlendioxid, und er hält den Boden.
Seit Sommer 2012 pflanzen wir deshalb Bäume in der ägyptischen Wüste — bei Sekem, einer biodynamischen Organisation, die in der Oase El Wahat, rund 350 Kilometer südöstlich von Kairo, etwa 1'000 Hektaren mitten im Sahara-Sand bewirtschaftet. Als Francesco dort anfragte, ob man für uns Bäume pflanzen könne, rechnete er mit Kopfschütteln. Stattdessen pflanzte Sekem mit Freude — über 10'000 Bäume, die als Windbarriere zugleich Sekems Felder vor dem Vorrücken des Sands schützen. Jahr für Jahr finanzieren wir Pflege und Ersatz; die Bäume wachsen, und mit ihnen der Schatten, der Boden, die Arbeit.